Grund- und Gesamtschulen in Deutschland

Dieser Artikel geht näher auf das Grundschulsystem Deutschlands ein und verrät ferner, was das dreigliedrige Schulsystem neben den klassischen Abschlüssen an der Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium noch zu bieten hat. In einigen Bundesländern gibt es nämlich noch immer Gesamtschulen, die dem System der High-Schools in anderen Staaten wie Amerika ähneln, und diese werden wir im Folgenden näher beleuchten.

Grundschule in Deutschland

Seit den 60er Jahren werden die unteren Klassen als Grundschule bezeichnet, zuvor gab es in Deutschland Volksschulen. In den meisten Bundesländern besuchen die Kinder diese Schule von der 1. bis zur 4. Klasse, allein in Berlin und Brandenburg umfasst die Grundschule zusätzlich die 5. und 6. Klasse. Die Kinder sind etwa zwischen sechs und zehn Jahren alt, in Berlin und Brandenburg entsprechend bis zwölf Jahre alt. Während der Kindergarten und die Vorschule nicht verpflichtend sind, ist der Besuch einer Grundschule Pflicht.In der Regel werden die Klassen in Jahrgangsklassen zusammengefasst. Mittlerweile gibt es in einigen Bundesländern aber auch die Tendenz, die Klassen 1 und 2 zusammenzufassen, sodass Kinder aus zwei verschiedenen Jahrgängen gemeinsam unterrichtet werden. Unterrichtet werden Fächer wie Deutsch, Mathe und Sachkunde, auch der Sportunterricht ist fest in den Unterrichtsplan integriert. Die Kinder sollen zudem grundlegende Arbeits- und Lernformen erlernen und soziale Kompetenzen entwickeln.

Das Schulangebot in der Grundschule umfasst täglich mindestens fünf Stunden und bereitet die Schüler und den Eintritt in die Sekundarstufe 1 beziehungsweise die anschließende Stufe 2 vor. Einige Grundschulen fungieren zudem auch als Halb- und Ganztagsschulen, sodass die Kinder hier deutlich länger betreut werden.

Gesamtschulen in Deutschland

Bei der Gesamtschule fällt die Differenzierung zwischen Haupt- und Realschule sowie dem Gymnasium weg. Die Gesamtschule kann die gymnasiale Oberstufe umfassen, dies ist aber nicht immer der Fall.

Die Gesamtschule ist eine weiterführende Schule, die die Kinder nach Abschluss der Grundschule besuchen können. Sie geht mindestens bis zur 9. Klasse, kann aber auch weiterführend sein. Die Option der Gesamtschule zählt in einigen Bundesländern als Alternative zu dem traditionellen System und der wesentliche Unterschied liegt bei dieser Schulform darin, dass die Differenzierung in der Schule selbst erfolgt.

Schulreformer in Deutschland hatten eigentlich die Idee, diese Art der Einheits- oder Gesamtschulen populärer zu machen. De facto bestehen diese Gesamtschulen aber bis heute immer nur neben dem traditionellen System, sie haben es aber in keinem Fall abgelöst.

Vor- und Nachteile von Gesamtschulen

In Bezug auf Gesamtschulen scheiden sich im wahrsten Sinne des Wortes die Geister. Es gibt viele Befürworter, aber auch ebenso viele Kritiker.

Vorteile können zum Beispiel der Ausbau der Sozialkompetenz und die Verbesserung des Gesamtniveaus sein. Leistungsschwache und –stärkere Schüler werden gemeinsam unterrichtet, sodass sie gegenseitig voneinander lernen können. Die „Gymnasiasten“ können die schwächeren Kinder unterstützen und gleichzeitig eine andere Art des Lernens kennenlernen, während die leistungsschwachen Schüler im besten Fall von den leistungsstärkeren Schülern profitieren können und ihre Fähigkeiten verbessern.

Ein Nachteil kann dagegen sein, dass vor allem sehr intelligente Schüler deutlich unterfordert sein werden. Andererseits könnten auch die leistungsschwächeren Schüler überfordert sein. Es gilt also, hier einen guten Mittelweg zu finden. PISA-Studien haben aber leider gezeigt, dass Gesamtschüler schlechter abschneiden, die Kritik scheint also durchaus berechtigt zu sein.